Über den Tango Argentino

Der Tango Argentino, zutreffender der „Tango rioplatense“, gehört seit 2009 zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit (UNESCO). In den aufkeimenden Metropolen Buenos Aires und Montevideo, entstand unser Tanz ab 1880 aus afroamerikanischen Ursprüngen und spanischen bzw. kubanischen Elementen im Schmelztiegel am Rio de la Plata. Vorwiegend arme italienische Einwanderer trugen später wohl wesentlich zur Eleganz dieses Tanzes bei. Unser wichtigster deutscher Beitrag bestand in der Entwicklung eines Instrumentes, nämlich des Bandoneons durch den Krefelder Heinrich Band, „im Ton scharf bis sanft, schwermütig und mysteriös zugleich“, ohne das der Tango nicht der Tango wäre. Letztlich blieb der Tango als universales Phänomen auf die Reflektionen aus den Metropolen Paris und Berlin, später vielleicht auch aus New York, angewiesen. Vor allem in den letzten Jahrzehnten spielte die Reisetätigkeit argentinischer Gastlehrer bzw. der Tourismus begeisterter Tangotänzer die ausschlaggebende Bedeutung für seine Weiterentwicklung.

Trotz immer weiter entwickelter Tanztechnik bleibt das Herz dieses Tanzes sicherlich die Musik aus den 30er bis 50er Jahren. In diesem „goldenen Zeitalter“ des Tango gab es v.a. in Buenos Aires eine unglaubliche Vielzahl von Orchestern mit den erfahrensten und kreativsten Musikern. Die Pflege dieser alten, für die Tänzer unerhört reichhaltigen Tangos liegt uns genauso am Herzen wie die innige Verbindung zwischen den Tanzenden, die es so nur in unserem Tanz gibt. Gerne betonen wir, dass unser Tanz eigentlich kein Paar-, sondern ein Gesellschaftstanz ist, bei dem eine gewisse Etikette das Leben der Tänzer sehr viel angenehmer gestaltet.

Als improvisierter Tanz mit weltweit gültiger Sprachregelung ist der Tango vom Rio del la Plata weltweit ein wunderschönes Kommunikationsmittel in unserer Zeit geworden. Ob in Istanbul, Moskau, San Francisco oder Taipei – ein Tangotänzer wird immer schnell Anschluss finden.